Stand September 2019

Chevron

Symbol: CHX

WKN 852552 ISIN US1667641005

Vollständiger Name: Chevron Corporation

Geschäftsmodell

 

Chevron ist eines der weltweit führenden Mineral- und Erdölunternehmen der Welt. Gemessen am Umsatz ist Chevron die Nr. 3. Das Geschäftsmodell entspricht im Wesentlichen dem von Royal Dutch Shell. Demnach fördert das Unternehmen Erdgas und Erdöl, betreibt Raffinerien und betreibt ein Tankstellennetz unter eigenem Namen und unter der auch in Europa vertretenden Marke Texaco. Es werden Schmierstoffe und petrochemische Additive hergestellt und Strom erzeugt. Besonder hervorzuheben in dieser sehr komprimierten Zusammenfassung ist der Geschäftsbereich Renewable Energy. So betreibt Chevron Solarparks, Windräder zur Stromerzeugung, investiert in die geothermische Energiegewinnung und in den Ausbau von erneuerbaren Bio- Treibstoffen. Wie auch Shell, möchte Chevron so langfristig die große Abhängigkeit vom Erdöl und Erdgas reduzieren. Die Marktkapitalisierung beträgt 206,150 Mrd. Euro. 

Eine Chevron Tankstelle mit Shop in den USA. In Europa sind Chevron Tankstellen unter der Marke Texaco vertreten

Dividenden

Mit 33 aufeinanderfolgenden Dividendenerhöhung ist Chevron ein waschechter Dividendenaristokrat. Für ein Unternehmen in dieser Branche fällt die Dividendenrendite mit 4,01% relativ mager aus. Laut Morningstar.com ist das Payout Ratio mit knapp 60% relativ moderat und lässt somit noch einiges an Spielraum für zukünftige Dividendenanhebungen. In den letzten 5 Jahren wurde die Dividenden um durchschnittlich 2,38328% angehoben. Auffallend hierbei sind die sehr geringen Erhöhungen in den Jahren 2015 und 2016. Zu dieser Zeit war der Ölpreis sehr weit unten, die Erhöhungen waren im Grunde nur homöopathischer Natur und dienten lediglich der Aufrechterhaltung der makellosen Dividendenhistorie. Zu dieser Zeit war das Payout Ratio zeitweise deutlich über 100%. In den letzten Jahren wurden die Anhebungen wieder spürbarer, von 2018 auf 2019 beispielsweise 6,25%, weil der Ölpreis wieder angezogen hat. 


Die Abhängigkeit vom Ölpreis spiegelt sich auch in den EPS der letzten Jahre wieder. 2012 wurden 13,43$ erwirtschaftet, 2016 lag das EPS bei -0,27$ und ist 2018 wieder auf 7,81$ gestiegen. Dementsprechend war auch das KGV großen Schwankungen unterlegen und war 2016 sogar überhaupt nicht existent. 2018 betrug es 14,05, und ist damit verhältnismäßig teurer als beispielsweise Royal Dutch Shell (10,40). Gleiches gilt für das KBV, das 2018 1,34 betrug (Shell 1,21). Damit ist Chevron relativ gesehen teuer bewertet, dies ist aber der herausragenden Dividendenhistorie geschuldet, die trotz erheblicher Schwankungen beim Ölpreis, intakt geblieben ist. Die hohe Bewertung wird auch beim Blick auf die Nettomarge gerechtfertigt. Diese lag 2018 bei 8,91% und damit deutlich über der der Konkurrenz: Shell 6,01% ; Exxon Mobile 7,18% und BP 3,14%. Angesichts eines so kapitalintensiven Geschäftsmodells ist das Debt to Equity Ratio von gerade einmal 0,64 außerordentlich gering und in den letzten Jahren sogar rückläufig. Das Standard and Poor's Rating fällt mit AA bis A- 1+ dementsprechend gut aus. Wie auch Shell fährt Chevron zur Zeit ein AKtienrückkaufprogramm in Höhe von 25 Mrd. $, was natürlich gut für die Aktionäre ist, das es den Kurs stärkt.

Lediglich 3 Firmenakquisitionen hat Chevron in den letzten 19 Jahren getätigt. Die Bekannteste Firmenübernahmen ist sicherlich die Übernahme von Texaco aus dem Jahre 2000.

Queller: https://www.crunchbase.com/search/acquisitions/field/organizations/num_acquisitions/chevron

Neben den Firmenübernahmen gab es auch 6 Investments in Firmen, darunter Firmen aus dem Bereich Datenverarbeitung, Windenergie und Nanotechnologie. Dies erscheinen mir sinnvole und für dieses Unternehmen in Zukunft gewinnbringende Investments zu sein.

Aufgrund der Zurückhaltung bei Firmenübernahmen liegt der Gedanke nahe, dass Chevron soweit mit seinem Geschäftstätigkeiten zufrieden ist. Die guten Kennzahlen, z.B. Nettomarge und S & P Rating, bestätigen dies Annahmen, das Unternehmen ist sehr profitabel.

(Der folgende Textabschnitt entspricht fast komplett meinem Fazit zu Royal Dutch Shell, dies liegt an der sehr großen Ähnlichkeit der Geschäftsmodelle beider Unternehmen)

Mit Sicherheit wird die weltweite Nachfrage nach Erdöl und Erdgas in naher Zukunft nicht signifikant sinken. Für Langstrecken-Lkws (Diesel) und Flugzeuge (Kerosin) gibt es momentan keine Alternativen. Aber nicht nur Kraftstoffe basieren auf Erdöl sondern z.B. auch Plastik, Schmierstoffe und Kosmetik. 

Die ausbeutbaren vorkommen reichen nach Experetenschätzungen noch für ca. 50 Jahre. Wobei durch immer effizientere Technik auch momentan nicht wirtschaftlich auszubeutende Vorkommen in Zukunft wahrscheinlich ausgebeutet werden können. Dadurch würden sich die geschätzten 50 Jahre weiter erhöhen. Es ist also klar, dass Chevron noch viele Jahre den Bedarf an Erdöl und Erdgas decken kann und wird. Ein so finanzstarkes Unternehmen wie Chevron kann sicherlich auch den Übergang von Fossilen zu erneuerbaren Energiequellen meistern, z.B. durch Firmenübernahmen und eigene Forschung in diesem Bereich. Bei Forschung und Firmenübernahmen im Bereich erneuerbarer Energien muss Chevron evtl. das Tempo erhöhen, da scheint z.B. Shell weiter zu sein, die finanziellen Mittel dazu hat Chevron allerdings. Ich bespare Chevron seit September 2019. Die momentane Sparrate beträgt 75,00 Euro monatlich. 

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